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Das Gift, das Gestern

31.08.2020

Lieg ich bei Wurzeln, unter Ranken,
soll mir das Flüstern aus dem Dunkeln
das Grauen lindern, die Gedanken
mir lichten hohes Sternenfunkeln.

Senkt sich mein Haupt, wo Wasser quellen
auf weiche Moose, bunte Steine,
soll sich das Grauen mir erhellen
an Tränen, die ich fühllos weine.

Ich tauche meine heiße Schläfe
in Gras und Halme, wenn sie tauen,
daß mich des Mondes Sichel träfe
und mähte hin das dürre Grauen.

Doch wenn die Schatten, Lichtes Schwestern,
mein Herz beschleichen, Geister-Schlangen,
träuft mir ihr Biß das Gift, das Gestern,
hat mich das Grauen neu umfangen.

 

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