Die gerissene Ranke
Was heiter uns die Quellen sangen
in eines Liebesgartens Mai,
klingt wild durchzischelt nun von Schlangen,
erstickt wie des Ertrunknen Schrei.
Wie Mondes Dunkelfalter schwanken
um einer Knospe vagen Duft,
durchzittern Herzen Traumgedanken,
wenn sie ein fernes Läuten ruft.
Die Schatten, die aus Nebeln tauchen,
sie fließen in den Dunst zurück,
schon will aus Flammen Asche rauchen,
die uns erwärmt ein schmales Glück.
Wie Tropfen, die an Trauben glimmen
im Scheideblick der Dämmerung,
sind die auf dunklen Wassern schwimmen,
die Blüten der Erinnerung.
Und reckt sich sterngesäumtem Meere
violenblauer Blumenschoß,
stürzt weißer Wicke Schaum ins Leere,
riß Nachtwind ihre Ranke los.
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