Die Stimme der Magd
Meine Finger sind krumm,
meine Haut ist rissig,
Asche ist mein Haar.
Du schwebst über mir
mit deinem Pfirsichmund
und dem Perlmutt deiner Brust.
Ich huste in der Nacht
und spucke dunkles Blut,
ich huste in der Nacht.
Dich hör ich schläfrig summen,
dem Finger eines Monds entlang,
der auf deinen Nabel zeigt.
Ich knie auf nackten Fliesen
und schür die widerspenstige Glut,
wenn Flocken an den Scheiben kleben.
Du hauchst mit warmem Hauch
Tropfen auf Blumen aus Eis,
die vor Liebe zittern.
Mein alter Kittel ist fleckig
und riecht nach Ampfer und Schweiß,
meine Narde sind salzige Tränen.
Ein Seraph schwebt dein Kind
in Wolken Fliederdufts,
wenn es das Haar dir kämmt.
Ein mürbes Wurmloch ist mein Mund,
in dem ein Wurm haust stumm,
den keiner mehr mit Küssen weckt.
Und du … Ich hör es manchmal nächtens
trillern, manchmal schmatzen,
als würden Apfelsinen ausgeschlürft.
Die einmal schwellend Milch gegeben
dem Mund, der nicht mehr Mutter ruft,
die Brüste spotten wie Gespenster mein.
Dir fließt wie Mondlicht eine Milch,
wenn sich der Schoß der Rose schließt,
in die weiße Muschel deines Schlafs.
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