Manon
Dem Andenken eines Engels
Und auf die Schwelle trat sie, elfenleicht.
Noch glomm das Haar von abendlichen Strahlen,
war dunkel schon das Auge, wehmutfeucht.
So wie es Symbolisten mochten malen,
hat ihre Hand, der Liebreiz einer Fee,
o Tropfen Lichts im Moos von Brunnenschalen,
gestreichelt sacht den Rücken einem Reh,
das nie von ihrer Seite wohl gewichen.
Der Stirn, der Wangen unberührter Schnee
war da und dort durchglüht von Purpurstrichen.
Still schwebte einer keuschen Knospe gleich
das Haupt, noch unversehrt von Satans Stichen.
Dann krochen Schlangen aus dem schwarzen Teich,
die zarten Glieder würgend ihr zu lähmen.
Daß im Choral von Bach wir, sehnsuchtsbleich,
fern ihren Gang durch Edens Gras vernähmen.
Siehe:
https://www.youtube.com/watch?v=yQN1RcZuW0A&list=RDyQN1RcZuW0A&start_radio=1
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