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Trauben, die im Dämmer leuchten

05.01.2026

Kannst vorm grellen Bilde wohl
deine Lider rasch verschließen.
Doch das Gift des bösen Worts
wird im Blut noch weiterfließen.

In den Gärten der Erinnerung
harrten deiner Veilchen lange.
Aber jählings kroch empor
giftig-grün die Urwelt-Schlange.

Laß auf Wellen von Verlaine
sehnsuchtsblaue Knospen treiben.
Schmerz, der Kiesel, fahl und hart,
muß im Sand des Ufers bleiben.

Serenade, und sie schmelzen,
Mozarts schwermutweiche Flocken.
Doch die mitgelallt hat einst,
Zunge, starr bleibt sie dir, trocken.

Wenn im Traum die Liebste pflückt
Trauben, die im Dämmer leuchten,
ach, daß helle Tränen sanft
deine dunklen Wimpern feuchten.

 

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