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Übergänge XX

05.08.2017

Schnitte oder Säume, Hauch der Steppe
oder Flammen-Brausen:
jedes ist dem Wandel eine Treppe,
Anmut oder Grausen.

So eilten Wind und Glut zu deiner Schöne,
schlanker Hyakinthos,
daß Wunderblume unsren Schmerz versöhne,
die dem Blut entsproß.

Apollon hat den Diskus hoch gezogen,
Zephyr abgelenkt,
dein Tod um die das Leben dich betrogen
Blumen uns geschenkt.

Uns rauschen dunkel Blätter, windgekoste,
bläht die Backen Pan,
doch edler stimmen Lyren, geistumgloste,
leuchtet stiller Schwan.

Aus Blüten trinkt die Seele Innigkeit,
duftumwehten Traum,
es stickt dem Kleid der Zeit die Ewigkeit
Sterne an den Saum.

 

Siehe: J. S. Bach, Kantate BWV 201 „Geschwinde, ihr wirbelnden Winde“ („Phoebus und Pan“):
https://www.youtube.com/watch?v=ORxbBLry6dE

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