Der abgetane Talmiglanz
Wir sind der grellen Schminke überdrüssig,
koketter Blicke und verdrehter Lenden.
Wir wollen rein den Reim, die Verse flüssig,
wie Ströme, die ein fernes Echo senden.
Die manieriert sich winden, geile Ranken,
vor stiller Andacht Fenstern, streng vergittert,
die Blätter Siegel, die im Wahnwind schwanken:
Auch ihr Herbst kommt, der ausstreicht und zerknittert.
Laß, Dichter, Zwinkern, zwitterhaft Getue,
den fahlen Talmiglanz, der bald verraucht.
Erweckt von Strahlen schwebt der Vers voll Ruhe,
wie die auf grünen Wassern lichtvoll gleitet,
die Blüte, trunknem Dunkel jäh enttaucht,
wie Anmut, die einher im Wachtraum schreitet.
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