Stimmen, fliegende Fische
Gespenstisch schimmernd, vom Mond beleckt,
Stimmen, als hätte der harte Kropf des Tages
sie libellenflügeldünn und transparent gepreßt,
der rosige Schlund der Nacht sie ausgespien.
Flatternd, schwirrend, schmachtend,
Stimmen, als hätte ein Witzbold den Taubenschlag
geöffnet, wo sie die Unschuld selber
girrend auf ihren kotigen Stangen hockten.
Stimmen, fliegende Fische, steigen
aus dem schwarzen Strom abendlichen Schweigens,
sie fliegen, manche dicht bei dicht,
Flosse an Flosse rhythmisch schlagend,
Schuppe reibend an Schuppe,
heiß sirrenden Purpurstaub raspelnd,
Tropfen hellen Schmatzens tupfend,
manche, goldener Triolen schwerelose Ranken,
und Seufzertrauben, betaut von Tremoli,
schlüpfen durch, höher treibend, als wollten sie
des faden Laichens überdrüssig einmal
Sterneneinsamkeit auf glotzendem Auge funkeln fühlen,
die kleinen jungen aber können nur mit zarten Bärten
den Schaum durchpflügen, der leise knallend platzt,
oder schwärmen unter einem fetten Mutterschatten,
der mit Schluchzen, Keckern, Grunzen
ihr quecksilbriges Gelispel begluckt,
andere klirren leise, zeigen nervenfeine Risse,
wenn ihre Flügel durcheinanderblättern,
Porzellan, bemalt von Grottennymphen.
Nun verblassen sie, sie stürzen hin,
dumme Kinderhände, die aufs Wasser patschen,
sie tauchen ab, Klanggespinste, die zerfasern,
sind vor einem großen ernsten Mond verstummt,
der trostlos im Gestrüpp des Ufers,
ein vergessener Lampion, hängenblieb.
Ein dumpfes Gurgeln, dann ist das Wasser stumm und glatt.
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