Francis Jammes, Demain fera un an
Demain fera un an qu’à Audaux je cueillais
les fleurs dont j’ai parlé, de la prairie mouillée.
C’est aujourd’hui le plus beau jour des jours de Pâques.
Je me suis enfoncé dans l’azur des campagnes,
à travers bois, à travers prés, à travers champs.
Comment, mon cœur, n’es-tu pas mort depuis un an ?
Mon cœur, je t’ai donné encore ce calvaire
de revoir ce village où j’avais tant souffert,
ces roses qui saignaient devant le presbytère,
ces lilas qui me tuent dans les tristes parterres.
Je me suis souvenu de ma détresse ancienne,
et je ne sais comment je ne suis pas tombé
sur l’ocre du sentier, le front dans la poussière.
Plus rien. Je n’ai plus rien, plus rien qui me soutienne.
Pourquoi fait-il si beau et pourquoi suis-je né ?
J’aurais voulu poser sur vos calmes genoux
la fatigue qui rompt mon âme qui se couche
ainsi qu’une pauvresse au fossé de la route.
Dormir. Pouvoir dormir. Dormir à tout jamais
sous les averses bleues, sous les tonnerres frais.
Ne plus sentir. Ne plus savoir votre existence.
Ne plus voir cet azur engloutir ces coteaux
dans ce vertige bleu qui mêle l’air à l’eau,
ni ce vide où je cherche en vain votre présence.
Il me semble sentir pleurer au fond de moi,
d’un lourd sanglot muet, quelqu’un qui n’est pas là.
J’écris. Et la campagne est sonore de joie.
On entend les clochers qui appellent aux vêpres,
et les grillons chanter l’heureuse paix champêtre.
On voit à l’intérieur pâle des métairies
les chapeaux de travail dormir près des tamis.
… Elle était descendue au bas de la prairie,
et comme la prairie était toute fleurie…
Morgen ist es ein Jahr
Morgen ist es ein Jahr, daß ich die Blüten gebrochen
auf der feuchten Wiese in Audaux, wovon ich gesprochen.
Heute ist von den Ostertagen der schönste Tag.
Ich bin eingetaucht in den Himmel der weiten Fluren,
durch Wälder, durch Auen, über Äcker sogar.
Wie, mein Herz, bist du nicht tot seit einem Jahr?
Mein Herz, hab selbst dich ja entzweigeschnitten,
da ich wiedersah das Dorf, wo ich so viel gelitten,
jene Rosen vor dem Pfarrhaus, von Blut gerötet,
der Flieder in den tristen Beeten, der mich tötet.
Ich erinnerte mich an meine alten Schmerzensfalten
und versteh es nicht, daß ich nicht einfach stürzte hin
auf den Ocker des Pfads, die Stirne in den Staub getaucht.
Nichts mehr. Ich habe nichts mehr, was mich könnte halten.
Warum ist es so schön, warum ich bloß geboren bin?
Auf deine stillen Knie hätte ich gern gebettet
die Müdigkeit, die meine Seele bricht, die sich kauert
wie eine arme Bettlerin in den Straßengraben.
Schlafen. Schlafen können. Für alle Zeit in Schlummer fallen
unter den blauen Schauern, dem kühlen Donnerhallen.
Nicht mehr fühlen. Nicht mehr wissen, daß du lebst.
Nicht mehr diesen Himmel sehen, dieser Hügel Gischt
aus jenem blauen Strudel, der Luft mit Wasser mischt,
noch diese Leere, wo du mir nirgends entgegenbebst.
Mich dünkt, ich höre weinen in meines Daseins Grund,
schweres stummes Schluchzen, von einem, der entschwand.
Ich schreibe. Und voller Freudenklänge ist das Land.
Man hört die Glocken sich froh zur Vesper schwingen,
die Grillen das Glück ländlichen Friedens besingen.
Man sieht in der Bauernhöfe dämmernden Gängen
die Arbeitsmützen eingenickt neben Mehlsieben hängen.
Sie war herabgeschritten auf den Wiesengrund,
und wie die Wiese war von all den Blumen bunt …
Anmerkung zum Verständnis:
Der Dichter Francis Jammes (1868–1938) lebte zurückgezogen in den wenig besiedelten Gefilden der Pyrénées-Atlantiques, wo auch der von ihm besuchte Ort Audaux liegt. Hier spielt das berühmte Gedicht an jene schlaksige Anmut, die hinab zum Wiesengrunde stieg: Elle était descendue au bas de la prairie.
Übersetzung siehe:
http://www.luxautumnalis.de/francis-jammes-elle-etait-descendue-2/
Vertonung der Gedichte „Demain fera un an“ und „Elle etait descendue“ durch Darius Milhaud:
https://www.youtube.com/watch?v=5ovRrnf4GAw&list=RD5ovRrnf4GAw&start_radio=1
https://www.youtube.com/watch?v=6eP3iNc_EMI&list=OLAK5uy_miSXEFb-EygfhDpixZRz7_tXgcC6q2X3M&index=24
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