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Gitter für die Ranken

09.10.2021

Die Muster, die den Bildner scheinbar engen,
sind nur wie zarte Gitter für die Ranken,
die sie begrünend in die Leere drängen.

Auch Worte wollen nicht im Vagen schwanken,
sie öffnen sich wie Knospen an den Zweigen,
die schlanker Vase ihren Halt verdanken.

Und Gesten, wenn sie reine Formen zeigen,
sind schön wie Hände, die ein Licht entzünden,
wie Stirnen, die vor hohem Bild sich neigen.

Muß auch der helle Strom ins Dunkel münden,
die er an seinen Ufern weckte, Rosen,
mit Tränen durften sie vom Lichte künden.

Mäandert unser Vers im Blütenlosen,
staut ihn zurück die ungemeine Schwelle,
um die er schäumt wie Falter um Mimosen.

Der Mond leiht ihr die Gischt, der blauen Welle.

 

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