Österliches Bittsonett
O Wort, du Lichtkeim, den hinweggeweht
ein Todeshauch aus einem Abgrund finster,
blüh einmal auf in einem Feuerginster,
wo ein Erschlagner aus dem Staub ersteht.
O Holz, gewurzelt einst im Paradies,
du warfest deinen Schatten uns zur Sühne,
trag einmal goldne Früchte noch, ergrüne,
wo sich der Unschuld auftut das Verlies.
O Schrei, der sich vermischt mit tausend Schreien
aus Herzen, die zerquetscht ein Marterrad,
kehr heim in einer Hymne leisem Schneien,
daß leuchte unsrer Nächte Leidenspfad
und Seufzen wandle sich in Benedeien,
wo uns der Gnade sanfter Engel naht.
Comments are closed.