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Wie im Traum gesprochen

18.06.2021

Wie im Traume spricht der Mond
zum Wasser: „Zittre nicht, dein Schlaf sei glatt,
sei mir wie ein edler schwarzer Samt geschont,
in deinem Schoße birg mein goldnes Blatt.“

Wie im Traume sagt das Wasser
zu dem Monde: „Neige deine
Knospe mir, zagen macht sie blasser,
höre, wie ich schluchze, wie ich um sie weine.“

Doch der Mensch, er geht im heißen Strahl
und spricht zu seinem Schatten: „Hülle
mir der Liebe Bild, mach die Sehnsucht fahl,
daß ein Werk mir alle Leere fülle.“

Und zum Menschen spricht der Schatten:
„Verhüll ich auch das schöne Bild,
wird doch bald dein Werk ermatten,
das nur blüht, wenn ihm die Träne quillt.“

 

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