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Wie flüchtig ist die Spur des Lebens

07.08.2020

Die Inschrift ist schon fast verwittert,
der Efeu, der sie wild umrankt,
er ist noch grün und glänzt von Feuchte,
wenn deine Tränen längst versiegten.

Wie flüchtig ist die Spur des Lebens,
die zarten Risse weichen Schnees,
und hat auch Seufzen sie geschrieben,
sie schmelzen mit dem jungen Strahl.

Das leere Ich ist wie auf Spiegeln
ein blinder Hauch des warmen Munds,
ein Wasser, das im Dunkel rieselt,
und wird es hell, ist alles still.

Ein Lied, von einem Kind, das fiebert,
im Halbschlaf vor sich hin gelallt,
wie eines Vogels leises Schluchzen
verliert es sich im Schilf der Nacht.

 

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