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Verschwebende Klänge

17.01.2026

Venus kann nur aus dem Dunkel leuchten.
Liebe muß die lichte Schwelle scheuen,
daß sich Orpheus Augen wieder feuchten.

Zarte Halme, die im Winde schwanken,
daß wir um sie bangen, uns daran erfreuen,
blühen, welken dichterisch Gedanken.

Tote Häute, trocken, ausgewrungen,
die am Dorn des Schlafes kleben,
hat sich bunter Flügel aufgeschwungen.

Wimpern, die noch bange Träume halten,
wie sie zittern, wie sie beben,
bis der Lider Blätter sich entfalten.

Flehentlich scheint uns des Nachts zu rufen
Wasser wie aus grünen Nymphengrotten,
weicher schluchzend an bemoosten Stufen,

wo einst Purpursäulen Hochsinn baute,
seine dunkle Herkunft zu vergotten.
Herz der Völker, wie es uns ergraute.

 

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