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Giftige Früchte

20.03.2026

Die goldnen Äpfel, die dir Dichter pflückten,
wie gierig hast du sie hinabgeschlungen.
O dunkler Kern, der dir ins Hirn gedrungen,
daß alle wahren Maße sich verrückten.

Im Wasser hörtest du Chimären singen,
in Eros Gluten knistern trunkne Motten,
am Kreuzweg aber, heiterm Sinn zu spotten,
sahst du Hekate düstre Fackeln schwingen.

Denn die genährt die Früchte, reif und süß,
die Wurzeln sogen sich im Schattenreiche
voll mit dem Gift aus Faunus schwarzer Leiche,
dem man ins Herz die Nägel Christi stieß.

Zieh in die Wüste, Freund, zu Eremiten,
verzehr dich schweigend, bis du ausgelitten.

 

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