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Wunder des Verwindens

30.04.2026

Wie überkrustet scheint die alte Weide,
wo sie des Abgrunds Feuer hat versengt.
An schwarzer Narbe schimmert grüne Seide,
von Tropfen Lichtes huldvoll übersprengt.

Du geh vorüber, sanftem Sang zu danken,
wenn im Gewog des Schilfes Nester schwanken.

Wo ihr ein Sandkorn in das Fleisch gedrungen,
umschlingt mit Perlmutt es die Muschel Jahr
um Jahr, bis ihr das Wunder ist gelungen,
die Perle glänzt, wo eine Wunde war.

Du aber halte sie ans Ohr, zu lauschen,
wie deiner Sehnsucht ferne Meere rauschen.

Der Blick, der dich getroffen, hat geblendet,
so gingst du vor der Liebe in die Knie,
hast dich ins Laub der Dämmerung gewendet,
bis Tau dir milden Glanz zum Lied verlieh.

Uns aber, die durch harte Strahlen gehen,
schenk deiner Verse abendkühles Wehen.

 

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