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Adagio

04.05.2017

Gustav Mahler, 9. Sinfonie, 4. Satz

Streichen über Wangen
weich gefallener Flocken.

Blumendunkles Bangen,
blütenleises Stocken.

Nur sich selber meinen,
wenn die Streicher fliehen.

Für sich selber weinen,
wenn sie heimwärts ziehen.

Kuß perlt an den Moosen,
die ins Dunkel drängen.

Geigen pflücken Rosen
an den Dämmerhängen.

Aufgeschluchzte Seele
stürzt in grüne Tiefe.

Kitzelt Holzes Kehle,
als ob ein Toter riefe.

Warmer Wogen Rollen,
wo sich Zärten stauen.

Liebe ist verschollen
in den Jenseitsauen.

Weite, Meer und neue Weite,
bis die Sehnsuchtsufer blühen.

Fern auf Hügeln jene Scheite,
die noch lange weiterglühen.

 

Interpretation Leonard Bernstein und das Concertgebouw Orchestra:
https://www.youtube.com/watch?v=ag18Np_JInY

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