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Einsame Flamme der Nacht

24.04.2019

Die dich zerstäubt,
Dämmerung lächelt,
wirft Flocken des Schlafs dir zu,
Orchideenblüten,
die kleine blaue Vögel
dir aus den Locken picken.

Die dich zerschluchzt,
Dämmerung fahlt,
biegt dich wie Küsse
unter Schattentau
trinkende Wimpern.

O fülle, mein Herz, die Lampe
mit dem Öl deiner Schmerzen,
den Docht entzünde
am Feuer des Lieds.

Die Nacht träufle Mondesglut
auf die schwarzen Wasser,
wo die Lilie sich auftat,
deiner Gedanken erblühtester.

Nicht schlafe unter dem Gewirr
der Ranken, des Geflüsters,
das durch die Gräser rinnt,
den Lippen des Mohns, bebend
von Geisterstimmen des Winds.

Lodere, wache, singe dich,
einsame Flamme der Nacht,
ans lauschende Ufer,
wo schon die Birken sich röten
vom Xylophon der tausend Zungen
unter den Hämmern Tags.

 

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