Auf Wassern schlafwandelndes Gedicht
Auf Wassern schlaf-
wandelndes Gedicht,
Knospe, aufgetan
dem Mond,
überflügelt schon
von Traumgesumm.
*
Du findest eine Mitte
im Grenzenlosen nicht.
*
Jeder zerrt
an seines Traumes
kurzer Kette.
*
Worte
in einen Schlauch
geschüttet
voller Risse.
*
Grauer Kiesel
Wort,
geglättet vom
Jahrtausendstrom.
*
Der Steg des Lieds,
umrauscht von Schilfen,
bricht jählings ab:
auf glattem Wasser
Blüten, still.
*
Der Liebe Blick,
nachtumwimpert.
*
Meeresqualle,
die durch blauen Dämmer pulste,
gebleicht im heißen Sand,
Versgespinst.
*
Wie sind, Mozart,
die Waben dir
mit Honig, goldnem,
angefüllt,
daß dein Lied
so hell und süß
in unser Dunkel quillt.
*
Vor der Töpferei, wo gebrannt
man einst den weichen Ton,
hast geblasen du den Schnee
von eines Kruges Mund.
Aufs leise Pochen deiner Hand
stieg ein Seufzen aus dem Grund,
wie ein Vers von Mallarmé,
halb erstickt von schwarzem Mohn.
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