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Die Frucht des Eros

18.03.2026

Du warst die Bö, die jäh ins Laubwerk fährt,
und Rauschen weckt sie auf, die scheue Seele.
Du warst der Schrei, der sich zum Lied verklärt,
und süße Feuchte löst den Krampf der Kehle.

Ich aber liege starr auf kahlem Grund,
das Laub, das ausgerauschte, fraß ein Feuer.
Ich würg am Werg der Nacht im stummen Mund,
den mir gestopft ein schönes Ungeheuer.

Du warst die Rose, die dem Südlicht glückt,
und ihre Dornen sind der Wollust Spangen.
Du warst Iduna, die Goldäpfel pflückt,
und ihr Erwählter darf sie glücklich fangen.

Ich aber lieg in der Erinnerung Grab,
wo Rosenblätter dumpf nach Fäulnis riechen.
Ich hab die Frucht noch, die mir Eros gab,
doch seh den Wurm des Dämons ich schon kriechen.

 

Siehe auch: Franz Schubert, Der Wanderer
https://www.youtube.com/watch?v=-kOwwkqp0gY&list=RD-kOwwkqp0gY&start_radio=1

 

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