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Terzinen auf den Nebel

14.11.2021

Wenn sich die hohen Bildnisse verhüllen,
und Nebel schluckt die Rufe aus der Bläue,
die hellen Sänge, die Brunnenschalen füllen,

daß unser dunkles Lebens sich erneue,
ist uns, als wären wir umsonst geboren.
Die wir geschenkt, daß sich die Liebe freue,

die schöne Geste scheint im Dunst verloren,
das reine Blütenblatt, das wir ihr pflückten,
hat was aus Schwaden tropfte Gift vergoren.

Was aber steigt aus Herzen, grambedrückten,
hüllt dichter noch als Dampf die weichen Glieder,
die süßen Bilder, die uns einst entzückten,

erstickt in fahlem Munde Sapphos Lieder.

 

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