Das Sternengrab
Wir gingen einsam zwischen schroffen Hängen,
an denen knorrig Wurzelstöcke hingen,
die saugten tote Träume aus der Luft.
Aus der Höhe regte sich der Wind des Unsichtbaren,
der manchmal uns umschlang mit weichen Fetzen
wilden Singsangs, Blöken dumpfer Klage.
Wo aber, die wir den Verirrten gleich erhofften,
die Blumenkerzen abendlichen Glühens,
aus denen Lieder duften, weite Gärten wo?
Ich hatte nur das Bauschen deines Haars,
wie einer Fahne inständiges Flattern,
und hatte deiner Wehmut Händedruck.
Wir legten uns in Mooses weiche Schale
und deckten uns mit leisen Worten zu,
die schmolzen uns am Munde hin wie Flocken.
Wir sahen in den schmalen Felsenriß empor,
dort standen rein entsprossen Sterne,
wie treue Blumen über frischem Grab.
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