Das Dichterwort
Wir fühlen es am Nerv des Blatts
und schmecken mit ihm Tropfen,
verfolgen wir die Spur des Tiers,
wirft in die Lichtung dieses Worts
das Schweigen seinen Schatten.
Wie Honigwachs, so schmilzt es weich
auf deiner heißen Haut, der blinden,
doch findest du den feinen Docht,
kannst du es nachts entzünden.
Die Nacht des Laubs glänzt auf und schauert,
der Überwuchs am Marmorfries,
den harter Meißel seines Traums
dem Dunkel abgetrotzt.
Was auf dem grünen Wasser schwimmt,
ist wie das Dichterwort erglüht,
ist Knospe wohl, doch ungreifbar,
von fernem Stern behauchter Staub,
und sinkt herab im Wellenspiel
und steigt im Spiegel hell empor.
Der alte Mann kehrt aus dem Grün
und bürstet sich von dem Revers
den losen Schnee der Blumenpollen,
der schrickt er aus dem Schlafe auf
gespensterhaft ihm leuchtet.
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