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Das fliegende Mäuschen

30.12.2025

Da war ein leises Knispern,
ein lang sich schwänzelndes Wispern,
die Gräser haben mitgesäuselt:

„Wolke soll das Schwesterlein
in Lichtgespinste hüllen ein,
daß fröhlich es mag schweben!“

Wolke sprach: „Waarum denn nit,
ik nehm de kleene Duun geern mit,
will um de Dörpen still se dragen.

Will ok nit stiegen allto hoog,
anners mutt se spejen noch
an miener Kant, von miener Reling!“

Im Schlaf lag das Geburtstagskind,
die Schwestern hoben es gelind
aufs Boot, das weich im Schilf geankert.

Und schon segelt es im Blauen.
Mäuseschar, das Wunder zu beschauen,
reckt empor die spitzen Wuselmäulchen.

Da winkt herab, vom Sonnenstrahl erwacht,
die Maus, daß selbst die alte Katze lacht,
hat maliziös ein Schnurrhaar auch gezuckt.

Wie’s gelandet ist im Abendlicht,
das weiß der Dichter leider nicht,
vom süßen Fiepen ist er eingenickt.

 

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