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Die Leichten und die Bangen

08.11.2018

Wie gehn sie leicht auf dieser schweren Erde,
ein Pollenflug, daß kaum ihr Gehen streift
und kaum ihr leises Singen haften bleibt,
auf goldgetränkten Spiegeln blasses Hauchen.

Sie sind aus Stoff wie Wolken sind, wie Flieder
sich unter schweren Tropfen wiegt und glänzt,
sind ihre Träume, schimmernd rundet sich
ihr Tag und fällt wie Frucht ins Gras des Schlafes.

Doch jene starren scheu und schwarz wie Krähen
auf wurmgehöhltem Strunk, und kirschkernklein
sind ihre Herzen und pulsen traumlos hin,
vor Hunger häßlich, onyxkalten Blickes.

Ein Abgrund trennt die Leichten und die Bangen.
Des Lichtes Falter scheut das faule Fleisch,
an dem ein krummer Schnabel hackt, und schwebt
zum Lilienschnee. Wie bald sich jener rötet.

 

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