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Nun sind wir allein

13.01.2019

Am Morgen sprach uns noch
vom Glanz der Meere Tau.
Hat Mittag nicht umsummt
Schlummers Dämmergrün?
Wie Mädchenmund gerührt
der Dahlie Knospe dich?
So verging der Nachmittag
unter weichen Wassers Licht,
das deine Hand umfloß,
hat bunter Schatten Schwatzen
ums Herz gerollt ein Blatt.
Und das Licht zerrann
wie Honig aus dem Bienenlied,
wie Gold im Sagenstrom,
auf harten Stein getropftes Harz.
Ein Flügelschlag der Eule
ward es Dämmerung.
Der hohe Sinn, im Blut der Beeren
aufgeschäumt, vom Sonnendorn
im Tanz geritzter Vers,
der hohe Mut, in Ranken
sanften Minnens ums blühende
Gebein des Bilds geschmiegt,
mit heißen Rufen durchs Gestrüpp
der dunklen Mythen sichelnd,
sie bluten hin und blassen.
Und was noch scheint, ist tot,
die umgestürzte Barke Mond,
und einsam, was noch singt,
in Märendickicht fern,
das Herz der Nachtigall.

 

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