Ein Bündel Schreie
Ein Bündel Schreie,
gebahrt auf kalte Mosaike.
Patria potestas,
nur ihr fiel zu das Recht,
den Säugling aufzuheben,
wenn sie unversehrt ihn fand
an Händen, Haut und Rippen.
Der aber mit dem Makel,
dem Stigma an der Stirn,
dem gespaltenen Munde
wurde ausgesetzt,
geworfen auf den Dung.
So wurde Roma groß,
durch Züchtigung und Züchtung,
so weckten Norden auf und Süden
dumpfen Schrittes die Legionen
und muskulöser Arme Schlag
aufs gnadenlose Erz der Schilde.
Doch jene mit dem Segensblick,
geläutert durch die heilige Passion,
strich nachts durch öde Gassen
und hob empor, die noch gewimmert,
und hüllte sie mütterliche Gaze,
duftend vom Hauch der Blüten
auf Jesaias Au herabgeweht.
Nachdem Prophetenluft verscheucht
ein Fäulnisbrodem,
den sie Freiheit nennen
und meinen wildes Leben,
der Zeuger herabsank
zum Samenspender,
Chimären mit Bart und Brüsten
Götzen wurden,
nunmehr herrscht,
wir wissen’s zur Genüge,
materna potestas,
nicht anders wählend
und verwerfend
als die väterliche Roms.
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