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Ermunterung für junge Dichter

09.04.2026

Dein Lied, o Dichter, sei wie blaue Veilchen,
die lauer Hauch der Sommernächte kost,
wie eines roten Mundes weicher Trost,
der uns geküßt und summte noch ein Weilchen.

Scheu dich vor Worten nicht, auch scheinbar schlichten,
sie sind wie Tropfen, matt auf trübem Glas,
doch leuchten sie, Geschmeide von Topas,
wenn Abendsonnen Abschiedsoden dichten.

Auch leise Reime können uns entzücken.
Wie vager Duft von fast verblaßten Rosen
kann uns dein Vers gen Eden noch entrücken.

Nur laß das Scheppern mit verbeulten Dosen,
das wichtigtuerische Sinn-Zerstücken –
doch parfümierten Schmu auch, seelenlosen.

 

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