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Der Weg im Abendlicht ist nicht mehr weit

20.11.2019

Der Weg im Abendlicht ist nicht mehr weit,
schon will der Blick ins Dämmer-Tal erblinden,
wo zarte Schimmer noch vom Leben künden,
als sprühte fallend ferner Liebe letztes Scheit.

Ein Schauer löst sich jäh vom dunklen Laub.
War es ein Vogel, den dein Kommen scheuchte,
war es des Sommers schwermutsüße Feuchte?
Dein Herz ist für das helle Rieseln taub.

So legst du dich ins Gras, die Wimper kann
die blaue Flut der Nacht nicht lange halten,
du willst in fremder Sterne Blick erkalten,
und zum Kristall erstarrt, was Liebe sann.

Wie dunkler Sang aus dunklen Quellen trinkt.
Die Stimmen, die in hohen Kronen wogen,
sie sind an jene Ufer schon gezogen,
wo unter Asphodelen sie dir winkt.

 

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