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Ausgesetzt

08.04.2021

Ausgesetzt an eines Abgrunds Rand
und Nacht um Nacht das Rauschen hören,
das aus der Tiefe dringt,
kann schwache Kreatur nicht leisten.

So geh zur Mitte, wo die Erde dampft,
zum Baume geh, dich anzulehnen.
Und ist ein Lächeln nicht,
das auf dem Feld entgegenblüht?

Ermüdet Qual der Sonne, Lichtes Fron,
macht Menschenrede würgen,
leg dich in stillen Abends Gras
und lausch dem Seufzen in den Wurzeln.

Hat Dämmerung dich eingehüllt,
ein wenig Glut schwelt in der Asche,
doch ist kein Atem dir, sie aufzuwecken,
flehst du um eines Flügels Wehen.

Und sind erloschen Glut und Gram
und trocken liegt der Brunnen,
steigt es wie Murmeln in den Schlaf
von Wassern der Erinnerung.

 

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