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Das Leben, dieser wüste Neger

08.10.2020

Das Leben, dieser wüste Neger,
wie ihm obszön das Auge blitzt,
wie locker ihm das Messer sitzt,
es braut die Gifte, den Erreger.

Die Lüste, Pfeile des Baschkiren,
wie schon im Todeskrampfe stöhnt,
wenn ferne noch ihr Schwirren höhnt,
die Liebe kriecht auf allen Vieren.

Die Verse, Zeuginnen der Leiden,
ihr Feuer singt Aztekenwahn,
wenn scharf sie wie Obsidian
das Herz uns aus dem Dunkel schneiden.

Die Abende, homerisch blinde,
wenn Gott die Sonnendolde neigt
und sich der Göttin Blüte zeigt,
ein Tropfen auf der schwarzen Rinde.

Die Nächte, Totenhemd der Ahnen,
das wie ein Schnee im Monde gleißt,
und Löcher, die ein Nachtmahr reißt
in unsrer Hoffnung vage Bahnen.

Das Leben, dieser fade Weiße,
wie Reue ihm den Nerv zermürbt,
es fühlt nurmehr, wie ihm erstirbt
des Schicksals Atemhauch, der heiße.

 

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