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Impressionen aus dem Bethmannpark Frankfurt

07.07.2016

Halb Nomaden, halb Wanderburschen,
mit schlotternden Kitteln und Ponchos
stakten die beiden Mauren hühnenhaft durch den Park,
den mir verbliebenen Alte-Leute-Park,
am äußerste Ende des Abendlands, des maroden,
für Ente, Wasserhuhn, Silberreiher und Gans ein Refugium,
für Mutter und Kind, für Schachspieler und Verliebte,
die sich zärtlich unter das Schilf des Teiches ducken.
Und die vielen Silberschöpfe in ihren Gesundheitslatschen
und beigen Mänteln, den grauen und gelben Kapotthütchen,
neckisch drapiert über die letzten Wellen
des liebevoll ondulierten Haars,
sie sitzen rings auf den Bänken, mit ihren Krückstöcken
und Rollatoren, mit Taschen und Beuteln,
allein mit einem Modejournal, einem Rätselheft oder
geschlossenen Lids sich nach der Wärme reckend,
auch zu zweien, wenn das Schicksal es will, daß beiden die alte Heimat
in Pommern oder Schlesien genommen oder Sohn und Tochter
in ein fremdes, unverständliches Leben entrückt sind –
und wie üppig stehen Hyazinthen, Tulpen, Rosenbüsche,
Phlox, Gladiolen und sogar Mohn und Akelei
und versöhnen für den Augenblick auf schattiger Bank
mit dem Unrat und Lärm und der Zügellosigkeit der Straße.

Doch die braunen Wüstensöhne achten dies für nichts,
einer hatte sich mit einem Ledergurt einen Ghettoblaster
umgeschnallt, mit dem er den Park und die verbitterten Alten,
sie schauten erschrocken unter sich, zur Ohnmacht verdammt
vor der Invasion männlich-dumpfer Neger-Sitten,
mit widerwärtigen Unterleibsrhythmen aus vollem Rohr beschallte.
Warum wandeln hier nicht mir und den Alten zum Beistand
stramme Wachtmänner mit Pistolen im Anschlag
und fuchteln mit ihnen ein wenig vor den Barbarennasen herum?

Im Chinesischen Garten war die Pagode von innen verriegelt,
dort regte sich Gesindel von ähnlichem Schlag,
sie gingen wild gestikulierend hin und her und planten vielleicht
die Entführung einer Kinder-Braut oder eines Abtrünnigen Tod,
weh, du hättest als einheimischer Gast hier angeklopft,
dann Friede deiner deutschen Seele! Beim letzten Mal fand ich die Stätte
ohne weiteres okkupiert von türkischen Muskelmännern,
sie nehmen sich das Recht auf diesen Ort und alle anderen,
deutsche Senioren, wie schlaff sind eure Glieder, wie resigniert
euer trüber Blick,und diese Barbaren boxten, mit harten vernieteten
Handschuhen versehen, einander auf die lächelnd-blöden Visagen.

Welch edler, achtsam-feiner Sinn aus Spülicht und Brackwasser dieser Rassen
aufwölkt, ermißt du leicht: Ist die Pagode doch der Tempel buddhistischen
Kults – und den sie dort verehren mit Blumen, Weihrauch und Gesängen,
der Schenker sanften Lächelns. Ermißt du im Vergleich: ein Schinto-Tempel,
in dem die Eindringlinge ihre Notdurft verrichten, ein Altar in der Levante,
den sie mit Kot beschmieren.

Wo sind die Klauen und Zähne, mit denen die Stadt- und Staatsbeamten
abendländische Sitten zu verteidigen gedenken? O, sie mußten sie extrahieren,
mußten sie kupieren lassen und im eigens dafür errichteten Amt
für multikulturelle Angelegenheiten abgeben. Dort prangen sie, säuberlich
in Kästchen archiviert, in gläsernen Schauschränken, mit Name und Titel und
dem Datum der Selbstentmündigung versehen.

Wer räumt hier auf, wann kommen die schwarzen Garden,
wann kommen die weißen Garden?

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