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Wolken, Herden, Völker

15.10.2026

Wolken, Herden, Völker,
vom Sturm gepeitscht,
vom Gesang des Quells betäubt,
von Götzenbildern überschattet.

Und du darin ein Tropfen,
ein Dunst der Angst,
ein Fetzen Abendrot.

Und du darin ein dumpfes Blöken,
ein Stoßen heißen Horns,
ein abgeschabtes Fell.

Und du zuletzt die Niemandsträne,
ins Nichts gewölbte Brust,
die ausgeseufzte Lippe.

Unverhofft ist, gnadenlos
Vorübergang und Wandel,
Cirrus, Cumulus und Stratus.

Der Herden Wanderung durchs Grasland,
und Staub aufwirbelnd
der Steppen scharfer Durst.

Herden, vom Fels herabgestürzt,
verirrt im Labyrinth des Schnees,
dahingerafft von Seuchen.

Der Völker Drang, dämonisch-dunkel,
nach fremden Küsten, süßem Hauch von Inseln,
wo Wunderfrucht im Dämmerlaube glüht.

Völker, umweht von Hochsinns fleckenlosen Blüten,
im Fäulnisschlamm der Niedertracht versunken,
erschlagen von zerborstnem Götzenbild.

Wolken,
diese bleiben,
und die weichen Schatten,
die sie auf der Erde starres Antlitz werfen.

Wolken,
diese bleiben.

 

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