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An der äußersten Grenze

17.03.2017

Nun, dann eben allein,
an der äußersten Grenze,
wo Sturmwind das Wort
auf den Lippen zerfetzt
oder Verwesungsgas
es in der Kehle erstickt –

wo Dung wollüstig kichert
und Moorgras gluckst,
wo sich das Auge,
eine müde Libelle,
zwischen verrußten Blüten verirrt –

die Heimat ward Schmerz,
auf Scherben zu treten
zerbrochener Vasen,
auf gebückte Torsen
entwester Liebesworte –

und tief unten zu hören,
wie hoher Engel Alabastergesicht
von behaarten Armen
unter spuckenden Grimassen
mit Beilen zerhauen
und der Tisch der Gaben
kreischend zersägt wird –

doch zu hören auch,
wenn die Unruh der Uhren
geisterhaft ins Leere schwingt,
das Jaulen eines kleinen Hunds,
der sich an deinem Fuß festbeißt,
als wolle Kreatur verhindern,
daß du hinabspringst.

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