Nachtumsponnen
Kaum bist du tiefer in den Wald gedrungen,
hat unversehens dich ein Dorn geritzt.
Im Wipfelzwielicht ist ein Lied erklungen
und Abendsonne hat durchs Laub geblitzt.
Die zarte Wunde hat sich bald geschlossen,
doch scheint ins Herzgeflecht ein Gift geflossen.
Was sie im Halbschlaf dir noch zugeflüstert,
erglänzte wie der Tau auf schwankem Blatt.
Vom Schatten müder Wimpern überdüstert,
ward ihres Auges Feuchte jählings matt.
Ein Tropfen Lichtes war herabgeronnen,
die Nacht hat ihr Gespinst ums Wort gesponnen.
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