René Guy Cadou, 5 Quai Hoche
La nuit
La ville morte
Et la clé sur la porte
Les malles closes
Derrière ce mur tant de choses
Qu’on n’emporte pas
Tout ce qui perce encore le plafond
La trace chaude de mon front
Sur la vitre mouvante
Les douze coups de l’épouvante
Entre le ciel et moi
Et la lune qui règle la marée des toits
Un pas de plus
Et je tombe entre tes mains
Ma tête roule sur ton épaule
Tout seul
Je n’aurais pas retrouvé mon chemin.
5 Quai Hoche
Nacht.
Tote Stadt.
Der Schlüssel steckt.
Die Koffer gepackt.
So viele Dinge hinter dieser Mauer,
die man nicht wegschafft.
All das, was noch durch die Decke sticht.
Die heiße Spur meiner Stirn
auf dem schwingenden Fenster.
Die zwölf Hiebe des Entsetzens
zwischen dem Himmel und mir.
Und der Mond, der die Gezeiten der Dächer reguliert.
Noch ein Schritt,
und ich falle in deine Hände,
mein Kopf rollt über deine Schulter.
Ganz auf mich gestellt
hätte ich nicht zurückgefunden auf meinen Weg.
Anmerkung:
5 Quai Hoche ist die Adresse der alten Schule in Nantes, die Cadou besucht hat und an der sein Vater zeitweise auch der Lehrer des aufgeweckten Knaben René war. Die Dinge, die man von dort nicht wegschafft, sind füglich die Erinnerungen des Dichters, von denen das Spiegelbild seines Gesichts im schwingenden Fenster und die Hiebe, die er wohl einstecken mußte (ob von seinem Vater, wird nicht verraten, ist aber wahrscheinlich) hervorstechen. Die zweite Strophe deutet auf die Begegnung mit Hélène Cadou, der großen Liebe seines Lebens, der er in Nantes im Umkreis ihrer Brüder, ebenfalls Schüler derselben Schule, begegnet ist. Ein einnehmendes Foto von Mme Cadou und ein kurzer Bericht über die Gedenktafel, die man im Jahre 2008 vor Ort angebracht hat, finden sich auf folgender Webseite: