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Spuren des Namenlosen X

30.01.2017

Mancher Brief kam zurück
(„unbekannt verzogen“),
manches Klingelschild war plötzlich weiß,
und neben den Urnengräbern
und in den schattigen Hainen
gibt es schon Flächen von Gras
mit Toten darunter aus nichts als Asche,
deren Namen nur mehr das Amt kennt.

Manchen Stein überwuchsen
Moos und Flechten,
unlesbar die Inschrift.
Manches Gesicht, manchen Namen
überfleckten Erinnerungen,
überwucherten Bilder,
wulstige Pilze auf verrottetem Holz.

Dann fällt ein gepreßtes Blatt
aus den Seiten des Buchs,
das in der hinteren Reihe
in den vergessenen Jahren Gelbstich bekam,
und du weißt, es war, es kann nur,
es hätte sein können,
doch ihr Name fällt dir nicht ein,
und für das Gesicht, das gelächelt,
als sie es dir reichte,
gibt es kein Licht mehr,
das seine Züge erweckte ins Bild.

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