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Horaz, Oden, Buch II, 12

23.08.2015

Nolis longa ferae bella Numantiae
Nec durum Hannibalem nec Siculum mare
Poeno purpureum sanguine mollibus
Aptari citharae modis,

Nec saevos Lapithas et nimium mero
Hylaeum domitosque Herculea manu
Telluris iuvenes, unde periculum
Fulgens contremuit domus

Saturni veteris: tuque pedestribus
Dices historiis proelia Caesaris,
Maecenas, melius ductaque per vias
Regum colla minacium.

Me dulcis dominae Musa Licymniae
Cantus, me voluit dicere lucidum
Fulgentis oculos et bene mutuis
Fidum pectus amoribus;

Quam nec ferre pedem dedecuit choris
Nec certare ioco nec dare bracchia
Ludentem nitidis virginibus sacro
Dianae celebris die.

Num tu quae tenuit dives Achaemenes
Aut pinguis Phrygiae Mygdonias opes
Permutare velis crine Licymniae,
Plenas aut Arabum domos,

Dum flagrantia detorquet ad oscula
Cervicem, aut facili saevitia negat
Quae poscente magis gaudeat eripi,
Interdum rapere occupet?

 

Ferne Schlachten ums wilde Numantia,
Hannibals Widerstand, wie das sizilische
Meer rötet Punierblut, quäle nicht solchen Stoff
in den Wohlklang des Saitenspiels,

nicht lapithische Wut, nicht wie Hylaeus im
Rausch tobt, Herkules Hand die Giganten, die
Kinder der Erde, bezwingt, nicht die Gefahr im Blitz,
vor der Saturns ergrautes Haupt

bebt. Bediene dich nur einfachen Prosastils,
wenn berichten du willst Caesars Geschick im Krieg,
Maecen, lesbarer wird dann, wie des Weges schleppt
Königsstolz um den Hals das Seil.

Süßer Arien Schmelz unsrer Gebieterin
Licymnia, ihn soll künden mein Lied, so willʼs
die Muse, ihres Blicks Funkeln, wie treu ihr Herz
schlägt, wenn Liebe die Ringe tauscht,

wie sie schmückte den Chor, reckte den Fuß im Takt,
wie ihr Scherzwort gefiel, wie in den Glanz der Schar
sie die Arme getaucht, spielerisch, heilig war
der Tag durch Dianas Kult.

Tauschtest wohl alles Gold du mit Achämenes
und von phrygischer Au thrakischen Sagenschatz
gegen ein einziges Haar deiner Licymnia,
selbst arabischen Wohlgeruch ein,

wenn sie brennendem Mund sträubenden Nacken weist
und die Zornige mimt, Küssen sich weigert,
deren Raub sie sich wohl mehr als der Räuber wünscht,
ja sie ihm vor der Nase stibitzt?

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