Sinn des Opfers
Ὁ μὴ δαρεὶς ἄνθρωπος οὐ παιδεύεται.
Male eruditur ille, qui non vapulat.
Ungeschoren, unverfroren.
Unbeschrieben, wild geblieben.
Am Stock, der zwingt, nur kann sie grünend ranken,
sonst schliche trostlos hin die lose Rebe.
Der Trunkne wähnt wohl, daß er aufwärts schwebe,
doch siehst du grinsend ihn zum Abgrund wanken.
Die ungebunden, Zungen, wie sie lallen.
Versickern müssen Wasser, uferlose.
Rasch rieselt weißer Puder eitler Rose,
zu fein, am rohen Draht sich festzukrallen.
Die Ordnung hoher Säulen muß sie tragen,
daß wir die göttlich-schönen Bilder schauen,
ein herber Odem sich im Chorlied stauen,
aus Asche hell die Opferflamme schlagen.
Halt, Dichter, fest an alter Weisheit Kunde:
Das Wort erblüht, getränkt von deiner Wunde.
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