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Das Blatt auf dem Maar

12.12.2021

Des Herdes Flamme war noch nicht verglommen,
gleich jener, die dein Odem mir geschürt.
Wie Schwäne, die im Schlafe heimgeschwommen,
hat uns des Abschieds Woge kaum berührt.

Der Abend hieß uns unter Bäumen gehen,
und alles, was da noch zu sagen war,
verhallte rasch in ihrem sanften Wehen,
wie südwärts schluchzend eine Kranichschar.

Es glänzten aus dem Dämmer auf die Locken,
wo später Strahlen Seufzen sich verfing,
ich fühlte bang den heißen Herzschlag stocken,
als falterblaß dein Winken unterging.

Und als ich schlaflos in das Dunkel lauschte,
das dunkler als dein dunkles Auge war,
war mir, als ob dein Haar noch leise rauschte.
Ich trieb ein Blatt auf einem toten Maar.

 

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