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Das goldene Laub

10.10.2021

Du siehst noch eine weiße Blüte schweben,
wenn schon die schweren braunen Früchte fallen,
rühr es nicht an, das müd gewiegte Leben.

Bei Rufen, die im Dämmergrund verhallen,
läßt jeder Hauch sie heim zur Erde sinken.
Wie Geisterlippen, die in Träumen lallen,

sind Verse, die das Gold des Herbstes trinken.
Und hörst du Blätter rascheln auf den Wegen,
wirst du vergebens mit dem Tuche winken,

und keine Liebe kommt dir hold entgegen
mit Fliederbüscheln auf den braunen Armen,
und keine Stirn will sich an deine legen.

Der Kerze Flackern mag sich dein erbarmen,
hast du entzündet sie vorm Gnadenbilde,
den Augen, die in dunklem Glanz erwarmen.

O goldnes Laub, tropf wunden Herzen Milde!

 

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