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Dem Andenken an einen jungen Dichter

30.12.2021

Von deinem leisen Sang ist uns geblieben
ein Funkeln wie von Grases Tau.
Sein Wohlklang, den verhärmte Herzen lieben,
war Wehmut nach dem Mund der Frau.

Wir haben deiner Anmut Schmerz gesehen,
der sich wie Weiden erdwärts bog.
Wir konnten blind im Duft der Verse gehen,
der sacht uns in ihr Dämmern sog.

Noch schenkt der Traum ein Rauschen uns von Quellen,
worin sich deine Angst verlor,
daß Knospen süß und bittre Kräuter schwellen
ins Licht, das dich zum Hort erkor.

Uns löst ein weicher Hauch vom Mund die Klage,
der aus dem Moos des Grabes dringt.
Ein Täubchen schwebt ins Veilchenblau der Tage,
wo deine Verse Liebe singt.

 

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