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Die hohen Lieder sind verstummt

20.02.2021

Die hohen Lieder sind verstummt,
des Wassers Stimmen, die betören.
Jetzt ist ein Knirschen nur zu hören,
verschneiten Pfad gehst du, vermummt.

Die Beere, die einst Blut geschwellt,
ist runzlig, trocken wie dein Denken,
und die den Prunk zur Erde senken,
die Knospen sind von Schorf entstellt.

Es zittert sich in Schlaf das Lid
des Horizonts, das wimpernlose,
vergossen hat der Kelch der Rose
den Duft, der Tod und Liebe schied.

Die Inschrift auf dem Ahnenstein,
du kannst sie nicht mehr lesen,
dich zieht ins Schweigen, was gewesen,
nicht netzt den Mund mehr Liedes Wein.

Wie Glocken tönt Erinnerung,
als riefen dir des Himmels Wellen:
die Bläue wird dein Herz erhellen.
Doch du bist alt, bist nicht mehr jung.

 

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