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Was unsern Atem braucht

01.05.2021

Ihr Weiheglocken, blauen Dämmers Mahnen,
wie Engel seid ihr uns verschollen,
versunken wie der Geist der Ahnen,
der einst im Maar emporgequollen.

Doch geht ein Angelus in Versen, reinen,
wenn helle Tropfen, weiche Reime,
die wie an Veilchenwangen niederweinen,
an Pulse rühren uns, geheime.

Ihr Ginsterfeuer in den Eifeltälern,
hat fahles Nachtmahr euch verschlungen,
welch Kummer könnte Lippen schmälern,
die grauem Schiefer Glut gesungen?

Doch manchmal weht aus alten Weisen,
als weckte Aschen auf ein Hauchen,
Gefunkel, Herzen, heiß zu preisen,
die um zu glühen unsern Atem brauchen.

 

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