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Was willst du, Dichter, hier

24.08.2026

Was willst du, Dichter, hier
im babylonischen Gewimmel
all der Blicke, Schreie, Lichter, Schatten,
die sich blindlings umeinanderwinden,
unfruchtbaren Zwittern gleich,
um wie ausgedörrte Schlangenhäute
bleich ins Nichts zu fallen.

In dir aber brennt die Glut der Steppe
und der Schwermutödnis unbefleckter Schnee.
In dir wühlt der Strahl der grünen Tropen
und ewigen Eises klirrender Dolch.

Hier spulst du ab den Rosenkranz
der immer gleichen Worte,
kahl und glatt geschabt.
Hier reißt die Kette jählings auseinander
Traum und Tod.
Wie die Perlen sprühend klackern
auf den kalten Fliesen
mit ihren stummen Blumenornamenten.

In dir aber brüllt der Sturm der Meere,
seufzt der Moose Abendtau.
In dir schlagen heiße Dschungel Trommeln,
schwingt den dumpfen Fittich Dämmerung.

Hier graviert man dir ins Herz
Namen, Maß und Zahl,
hängt der Wohlfahrt feiste Amme
dir die Karte um den Hals,
damit du heim noch an die Krippe findest.
Hier ist das Planquadrat schon angekreuzt,
wo man dir die Grube schaufelt.

In dir aber wehen namenlose Aschen,
in deinen Abgrund rinnt ein Strom aus Teer.
In dir singen Quellen sich ins Uferlose,
vom Silberhuf des Flügelpferds geschürft.

 

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