Die begrünte Schwelle
Sieh, die verwaist, die Schwelle begrünt ein Moos.
Was aber Lippen seufzten, geküßt im Schlaf,
ist aufgeblüht noch in der Nacht dem
sinnenden Herzen, das wach geblieben.
Der Schatten wandert neben dem Einsamen.
Und taucht den Blick der Dürstende, sieht er sich,
ein trunknes Bild des weichen Wassers.
Milde befeuchtet den Mund der Erdgeist.
Schloß auch die Knospe traurig die Lider schon,
es schwebt ein Duft noch lange im Dämmer fort.
Dort mögen schweigend Arm in Arm
Liebende wandeln, gewiegt von Träumen.
Dich aber Dichter nähret ein Honiglicht
und des Erinnerns liebliches Schattenspiel.
Gestillt vom Blut der Verse scheint
selbst noch zu lächeln des Dämons Fratze.
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