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Chimäre der Sehnsucht

23.07.2026

Wie, ein Klopfen am Tor schreckte dich auf des Nachts,
etwer hätte gepocht gegen das Fensterglas?
Es war Herbststurmes Fußtritt,
eines Flügels verirrter Schlag.

Wie, der Liebe Gesicht stieg aus dem Dunkel auf
und von Tränen ein Glanz hätte gezittert bang?
Die Chimäre der Sehnsucht
hat dich, närrisch vom Wein, gefoppt.

Wie, dein Herz fand den Takt, rhythmisch wie Sapphos Sang,
klar in heiterem Maß sagte dein Schmerz sich aus?
Es war Schäumen des Blutes,
als die Lunge umkrallte Angst.

O, Freund, kehre ins Licht, dulde dein Schattenbild,
arglos wandle den Pfad, mündet in Nacht er auch.
Grüßt wer lächelnd, so schenke
ihm die Blume des Munds, den Vers.

 

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