Brodem schwarzer Bitternisse
Sehr fern und leise tönen Kristallen gleich
Gesänge, wie von Kelchen ein Widerhall,
die festtagsfreudig überschäumten:
Tropfen entflammten den Schnee der Höhen.
Du hörst sie, Dichter, noch in den Nächten, wenn
sich schlaflos wälzt die Seele und bangend fragt,
wohin entschwand, was Schönes liebte,
Schwan ward und Leda mit Traum umflockte,
aus Quellen tauchte, schuppiger Nymphe Glanz,
entführte tief in Grotten Horaz hinab,
doch triefend stieg empor er wieder,
bergend die Muschel, der Verse Perlmutt.
Entfloh auch Daphne schauernd vorm Gott des Lichts,
war Kuß der Strahl, der goldene, schon dem Schoß,
zum Lorbeer wurde sie verwandelt,
daß als Bekränzter Apollon singe.
Uns scheint verhängt, ein Grabtuch der Nacht, das Vlies,
gewebt aus Fäden schäbigen Garns, gebläht
vom Brodem schwarzer Bitternisse:
Taub sind die Finger der Morgenröte.
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