Am Rand der Nacht
Wie Glanz an zarten Wimpern, Abendtau,
muß in den dunklen Schoß der Rose rinnen,
sind Blumen, bunt gestreut ins Lied der Minnen,
bald fahl, wenn Schnee der Schwermut dämmert grau.
Wie aus verwaisten Nestern lichten Flaum
der Herbstwind bläst auf öde Auen,
muß Euphrosynes goldnes Haar ergrauen,
zerrann am Fels der Trübsal Liedes Schaum.
Blieb, Dichter, dir am Rand der Nacht kein Wort,
als Sternbild es zu schleudern in die Leere,
daß es uns leuchte auf des Irrsals Pfaden?
Vergebens hofften wir auf einen Hort,
wo Glut von Rosen unsre Angst verzehre,
im Rauschen kühlen Quells den Schmerz zu baden.
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