Anmut und hohles Pathos
Altersblässe cachiert Angst vorm Verfall mit Rouge.
Eitler Beau, schon ergraut, Silber durchwirkt sein Haar.
Kalte Lippe der Wollust
gaukelt Liebe mit feuchter Glut.
Anmut aber erblüht, leise erweckt vom Strahl.
Welkt die Blume dahin, neigt sie das Angesicht
scheu zur Erde, verbirgt es
in den Schatten des Laubs, das grünt.
Hohles Pathos umstrickt Lügen mit Talmiglanz.
Abgrund schüttet umsonst Kehricht der Phrase zu.
Von Parfum überdeckte
Fäulnisdüfte enthüllt der Schweiß.
Tief aus nächtigem Laub dringt der Violen Duft.
Lang verschwiegenes Wort quillt aus dem Vers ans Licht,
gleich der Träne, sanft schimmernd
auf der Wange, wie Schnee, der taut.
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